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Gästebuch

Letzte Aktualisierung: 12.04.2015

e-Blog - Meine Erlebnisse mit einem Elektroauto (Teil 2)

Vorwort

In diesen Blog berichte ich darüber wie viel Fahrfreunde mit einem umweltfreundlichen Auto aufkommt. Aber auch welche Probleme und Widerstände sich einem umweltbewusstem Autofahrer entgegen stellen.


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2. April 2014 - Endlich! Die Android Car-Net App ist verfügbar

Ich bekam heute von der netten Serviceberaterin des Autohauses den Tipp, dass die Car-Net App für mein Smartphone im Store verfügbar sei. Erst gestern hatte ich noch auf der Car-Net Website nachgesehen. Auch heute war dort noch zu lesen: "in kürze verfügbar". Ich habe die App sofort installieren können. Aber Schande über mich! Ich hatte beim ersten Versuch im Feld "Name" meinen wirklichen Namen eingegeben und so die fette Fehlermeldung geerntet, dass der Name oder die PIN falsch sei. Ich musste stattdessen meine Mail Adresse eingeben! So ein dummer Fehler hätte mir wirklich nicht passieren dürfen ...

Die neue App konnte ich (noch) nicht vollständig testen, denn mein eUP! hat diese Woche "Pause". Es ist schönstes Frühlingswetter, so dass das Radfahren wieder angesagt ist! Aber morgens, bei Temperaturen knapp über Null Grad, vermisse ich beim Radfahren die Heizung meines eUP! Da hilft mir auch keine neue App ...

13. April 2014 - Erste Erfahrungen mit der Android Car-Net App

Icon

Bild: Die Car-Net e-Remote App in meinem Android

Ich hatte schon nicht mehr so daran geglaubt, dass in absehbarer Zeit wirkliches Leben in das Car-Net meines eUP! kommt. Seit mehr als einem Monat wurden stets die gleichen Daten angezeigt, dabei wurde auch immer noch die gleiche Parkposition in München angezeigt.

Vor ein paar Tagen habe ich mehr oder weniger gelangweilt mit meinem Smartphone gespielt und dabei zufällig die Car-Net e-Remote App gestartet. Nach etwa 5 Minuten Warten zeigte sie überraschenderweise die aktuellen Daten meines Fahrzeugs an.

Doch ich hatte mich zu früh gefreut, denn in der Funktion Parkposition wurde nichts angezeigt.

Ich habe daraufhin im Android Play Store ein Update der Car-Net App gefunden. Nach dem Download (etwa 33 Megabyte) der Version 1.0.2 funktionierte endlich auch die Anzeige der Parkposition mit der Car-Net App im Smartphone.

Man kann es in der Hilfe zum Car-Net lesen, aber man kann es sich eigentlich auch so denken, dass die Car-Net App nur in Verbindung mit einer mobilen Internet Flatrate effektiv nutzbar ist. Wenn man sich dabei die Parkposition anzeigen läßt, dann beträgt der Datenverbrauch mindestens ½ Megabyte pro Anmeldung.

Hauptmenü

Bild: Das Hauptmenü der Car-Net App

Etwa 2 Stunden nach dem ersten erfolgreichen Versuch wollte ich die Car-Net e-Remote App noch einmal probieren. Es kam jedoch immer nur eine Fehlermeldung, dass meine Anmeldung nicht erfolgreich war. Ich versuchte es darauf hin über die Car-Net Website am PC. Auch hier eine Fehlermeldung: meine PIN wäre nicht gespeichert? Mein Versuch eine neue PIN anzufordern blieb erfolglos.

Ich war deshalb so frustriert, dass ich das Thema Car-Net ganz aufgeben wollte. Da fiel mein Blick auf mein Smartphone, auf dem immer noch die Car-Net App mit der vergeblichen Anmeldung sichtbar war. Ich musste die Car-Net App zwangsweise beenden. Dabei kam mir die Idee, dass die bisher noch laufende Car-Net App wahrscheinlich der Grund dafür ist, weshalb ich mich nicht wie gewohnt vom PC aus bei Car-Net anmelden konnte. Jetzt klappte die Anmeldung wieder! Das alles ist noch nicht wirklich ausgereift ...

Der Screenshot zeigt, wie aufgeräumt es nach einer erfolgreichen Anmeldung aussieht. Nach Antippen von "Fahrzeug" erscheint das Menü "Fahrzeugdaten". Es dauert oft 5 Minuten, bis dass die aktuellen Daten angezeigt werden. Was aber ganz offensichtlich nicht am langsamen Mobilfunk liegt. Auch in einem WLAN kann es so lange dauern.

Fahrdaten

Bild: Das Menü "Fahrzeugdaten" der Car-Net App

Wochenende und endlich Zeit um die Car-Net App zu testen. Nachdem sich die Unsitte immer mehr breit gemacht hat, im Restaurant mit dem Smartphone zu spielen, hatte ich auch kein schlechtes Gewissen während des Wartens auf das Essen mit der Car-Net App zu spielen. Die Anmeldung klappte sofort. Doch nach dem Aufruf des Menü "Fahrzeugdaten" war ewig lange mur das Wartesymbol zu sehen.

Es wurde spannend: Was wird früher kommen, mein Essen oder die Fahrdaten des eUP!?

Die Fahrdaten kamen nur ganz kurz vor dem Essen, so dass ich den Test der Car-Net App vorzeitig beenden musste. Aber vorher konnte ich per App noch sehen, dass mein eUP! vor dem Restaurant parkte. Ich konnte jetzt zufrieden mein Essen genießen ...

Der hier gezeigte Screenshot entstand erst daheim, nach dem ich den Trick heraus gefunden hatte wie man mit einem Android einen Screenshot erstellt. Es ist ganz einfach - man muss es nur wissen: Ausschalt-Taste und Leise-Taste gleichzeitig lange drücken.

Position

Bild: eUP! on Tour

Die Heimfahrt. Vor dem Restaurant erntete der eUP! dank der Österreichischen Elektroauto-Pickerl viel Aufmerksamkeit. Passanten warten bereits gespannt darauf um zu sehen (hören!) wie sich ein Elektroauto in Bewegung setzt.


Das Foto entstand während der Heimfahrt. Wir waren mit zwei Autos unterwegs. Nicht etwa weil ich der Technik des eUP! nicht traute, sondern weil es mit sechs Personen doch zu eng geworden wäre. Das Foto wurde von einem Handy zum anderen gefunkt, was die bescheidene Qualität entschuldigt. Die Tagfahrlichter des eUP! sind unübersehbar. Sie erscheinen im Foto nur deshalb so riesig weil sie den Bildsensor des Handys überbelichtet haben.

Position

Bild: Das Menü "Parkposition" der Car-Net App

Der Screenshot von der Car-Net App mit der Funktion "Parkposition" entstand ebenfalls erst nach der Heimkehr. Der eUP! stand bereits wieder in der Garage und tankte Strom.


Erstaunlich - die angezeigte Position ist auf den Meter genau. Für den Fall, dass ich mich unbeliebt mache weiß Big Brother (die NSA) somit ganz genau, zu welchen Koordinaten die Drohnen gesteuert werden müssen ...


Klimatisieren

Bild: Das Menü "Klima" der Car-Net App

Nach dem Antippen des Button "Klimatisierung starten" dauerte es mindestens 5 Minuten, bis eine Rückmeldung kam die besagte, dass die Aktivierung erfolgreich war. Man darf dabei nicht in Eile sein oder muss der Technik blind vertrauen. Damit das Einschalten der Klimatisierung überall funktioniert muss man vorher erst einmal einstellen, dass die Klimatisierung auch dann funktionieren soll, wenn der eUP! nicht an eine Ladesteckdose angeschlossen ist.

Im Screenshot wird die Aktualität oben rechts mit "vor 3 min" angezeigt. Bei späteren Versuchen wurden hartnäckigerwese 9 Stunden alte Daten angezeigt. Es war nicht reproduzierbar unter welchen Bedingungen die Aktualisierung erfolgreich ist. In der Hilfe zum Car-Net kann man lesen, dass "... die Statusanzeige ... erfolgt nicht in Echtzeit, sondern um einige Minuten zeitversetzt". Einige Minuten können ganz schön lange dauern. Auch dazu findet man in der Hilfe eine Ausrede: "In Gebieten mit unzureichender Mobilfunknetzversorgung, in Tunneln, Garagen, Unterführungen und durch Störeinrichtungen kann die Übermittlung der Daten gestört sein. Das kann dazu führen, dass der Dienst zeitverzögert oder gar nicht ausgeführt wird." Demnach gibt es fast überall "Störeinrichtungen".

Laden

Bild: Das Menü "Laden" der Car-Net App

Der hier gezeigte Screenshot von der Car-Net App mit dem Menü "Laden" zeigt an ob der eUP! gerade Strom tankt, wie lange es bis zur Vollladung noch dauert und wie groß die aktuelle Reichweite ist.

Der Button "Laden stoppen" ist wohl selbsterklärend.

In einem Untermenü kann die Stärke des Ladestroms eingestellt werden, was aber über den Boardcomputer erheblich schneller möglich ist.

Laden

Bild: Das Menü "Türen & Licht" der Car-Net App

Fazit: Nicht nur die Car-Net App, sondern das gesamte System steckt noch in den Kinderschuhen. Abgesehen davon, dass das Car-Net bisher über einen Monat lang überhaupt nicht funktionierte und zwei Monate lang die Android App nicht verfügbar war, ist es nur eine "nette Spielerei". Niemand hat so viel Zeit um die in der Regel sehr langen Aktualisierungszeiten abzuwarten.

Die Car-Net Nutzung ist nur im ersten Jahr kostenlos. Wenn die Performance nicht verbessert wird, dann ist sie das Geld nicht wert.

Als einziger sinnvoller Einsatz wäre die Klimatisierung zu nennen. Während des milden Winters ergab sich jedoch kein wirklicher Einsatz. Der milde Winter war so gesehen auch ein Segen, denn mangels Android App hätte ich die Heizung ohnehin nicht ferngesteuert einschalten können. Jetzt bleibt noch der Sommer-Test. Wird sich die Klimatisierung ferngesteuert einschalten lassen und den Innenraum im Stand ausreichend abkühlen nachdem mein eUP! stundenlang in der Sonne stand? Es werden sich wohl nur wenige Testtage ergeben, denn bei schönem Wetter ist das Fahrradfahren immer noch die schönste Art der Fortbewegung ...

3. Mai 2014 - Langzeit-Bilanz und weitere Erfahrungen mit der Car-Net App

Langzeitverbrauch

Bild: Langzeitverbrauch

Im Screenshot sieht man die per Car-Net ermittelten Langzeitdaten der letzten drei Wochen. Ich habe den eUP! in dieser Zeit wie ein "normales" Auto genutzt. Also im täglichen Berufsverkehr mit einer angepassten Fahrweise. Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist die gleiche wie bei einem Benzinauto. Dabei ergab sich für den Motor ein Durchschnittsverbrauch von 13,2 kWh/100km (siehe Bild). Interessant ist der relativ hohe Rekuperationswert von 2,8 kWh/100km. Er erklärt sich im "1-Pedal-Fahrbetrieb", welcher das Bremspedal (fast) überflüssig macht. Nach fast 4000 km hat der Stromzähler in der heimischen Garage für das Laden meines eUP! einen Stromverbrauch von 630 kWh ermittelt (andere Ladestationen hatten einen vernachlässigbaren Anteil). Dies entspricht einem effektiven Stromverbrauch von 16 kWh/100km. Somit betrugen die Verbrauchskosten etwas weniger als die Hälfte der eines vergleichbaren Stinker. Genauere Berechnungen kann man sich sparen. Mit Rücksicht auf die hohen Anschaffungskosten eines Elektroautos ist der Umweltschutz ein teurer Luxus! Der gemeine Autofahrer wird sich unter den derzeitigen Bedingungen nicht vom Stinker abwenden. Es bleibt ein Rätsel wie die Ziele zur Verringerung der CO2 Emissionen erreicht werden sollen. Erheblich mehr Elektroautos könnten mit Wind- und Sonnenenergie fahren, aber die Deutsche Politik hat betreffend der Energiewende den Rückwärtsgang eingelegt.

Warten

Bild: Bitte Warten

Der Screenshot zeigt das bei "bestimmungsgemäßer" Anwendung am häufigsten sichtbare Bild der Car-Net App. Nach der Anmeldung dauerte es in diesem Fall 4 Minuten lang bis das Hauptmenü sichtbar wurde. Nach der Auswahl der "Fahrdaten" noch einmal weitere 3 Minuten. In dieser Zeit könnte man bequem zum Auto gehen und die Klimaanlage selbst einschalten. Wenn man Pech hat, dann schaltet sich das Smartphone während des Wartens in den Stromsparmodus und alles beginnt wieder von vorne.

Während der Ostertage habe ich das Car-Net im Stadtgebiet von München getestet. Die Aktualisierungszeiten waren überraschend kurz. Allerdings geht es daheim per WLAN oder mit dem Web-Browser auch meistens deutlich schneller. Man kann deshalb nur Vermutungen anstellen, was die Gründe für die langen Wartezeiten sind.

Zitate aus den FAQs zur Car-Net: "... Ist das Fahrzeug gerade nicht erreichbar (z.B. Funkloch) oder befindet sich im Stromsparmodus (z.B. nach 72 Stunden parken), kann es bei der Übermittlung der Daten zu Verzögerungen oder Einschränkungen kommen."

Offensichtlich befindet man sich überall - mit Ausnahme in Großstädten - in einem "Funkloch"? (siehe weiter Datenverbrauch)

Datenverbrauch

Bild: Datenverbrauch der Car-Net App e-Remote

Dieser Screenshot ist sicherlich nicht repräsentativ, aber er verdeutlicht den verhältnismäßig großen Datenhunger der Car-Net App. Im Screenshot ist auch erkennbar, dass die Car-Net App nicht wirklich oft mobil genutzt wurde (4x). Viele weitere (Test-) Aufrufe erfolgten per WLAN und sind hier nicht sichtbar.

Zitat aus den FAQs zu Car-Net: "Durch den Empfang von Datenpaketen aus dem Internet können, abhängig von Ihrem jeweiligen Mobilfunktarif ... zusätzliche Kosten ... anfallen. Aufgrund des im Rahmen der Nutzung der mobilen Online-Dienste anfallenden Datenvolumens wird die Vereinbarung einer Daten-Flatrate mit Ihrem Mobilfunkprovider dringend empfohlen."

Wenn ich den relativ geringen Informationsinhalt der Car-Net Anzeige berücksichtige, dann wird hierbei für mein Verständnis (als "Informatiker der alten Schule") eine unerklärlich hohe Datenmenge übertragen. Sie kann auf Grund eigener Programmier-Erfahrungen auch nicht mit der Kartenanzeige für die Parkposition erklärt werden. Wahrscheinlich würde ein Bruchteil der Datenmenge ausreichen. Damit würden die derzeitig unerträglich langen Wartezeiten im Mobilfunk unnötig sein. Ich denke, hier hat Volkswagen noch erhebliche Verbesserungspotenziale ...

Heizung

Bild: Heizung aktiv

Typisches Osterwetter mit leichtem Schneefall bis in die tiefen Lagen. Eine Gelegenheit, um das Einschalten der Klimatisierung (Heizung) per Smartphone unter realistischen Bedingungen zu testen. Nach der Aktivierung und einer längeren Wartezeit kam die Rückmeldung "Klimatisierung gestartet".

Die angezeigte Innentemperatur (22 Grad) ist der per Car-Net programmierte Sollwert und nicht - wie man erwarten könnte - die wirkliche Temperatur. Die angezeigte Aussentemperatur ist ebenfalls nicht die aktuelle, sondern die Temperatur zum Zeitpunkt der letzten Datenverbindung, also beim Abstellen. Oft hat es am frühen Morgen während der Fahrt ins Büro nur wenige Grad. Aber am Nachmittag kann die Sonne das Auto auf 30 Grad aufheizen. Die Car-Net App zeigt dann immer noch die morgentliche Aussentemperatur an. Sehr hilfreich ...

Okay - für die Aktivierung der Klimaanlage ist das total egal, denn sie kann selber entscheiden, ob zu heizen oder zu kühlen ist. Aber wenn Temperaturwerte angezeigt werden, dann sollten es bitteschön keine Hausnummern sein!

Heizung

Bild: Heizung ist eingeschaltet

Vor der Abfahrt habe ich mit Hilfe der Car-Net App den Status der Klinatisierung abgefragt. Die angezeigten Temperaturen waren unverändert. Die rot eingefärbten Scheiben sollten offensichtlich ein geheiztes Auto andeuten.

Zu früh gefreut! Etwa eine viertel Stunde später war beim Einsteigen kaum etwas von der Heizung zu spüren. War es ein Fehler, dass ich nach der letzten Fahrt das Lüftungsgebläse in der kleinsten Stufe belassen hatte? Oder hatte ich die Luftverteilung ungünstig eingestellt? Oder hatte ich die Klimatisierung mit dem Wunsch ein wirklich warmes Auto zu haben viel zu früh aktiviert? Per Car-Net konnte ich das nicht erkennen.

Zitat aus den FAQs zur Car-Net: "Die Laufzeit der Klimaanlage ist abhängig vom Ladestecker. Wenn der Ladestecker an eine Steckdose angeschlossen wird, beträgt die maximale Laufzeit 30 Minuten. Ist der Ladestecker nicht gesteckt, sind maximal 10 Minuten Laufzeit möglich. Ob die Wunschtemperatur im Innenraum erreicht werden kann, ist von der maximalen Laufzeit und der vorhandenen Differenz zwischen Innenraum- und Außentemperatur abhängig."

Alles klar? Glücklicherweise klappt die Programmierung der Klimatisierung per Bordcomputer zuverlässiger (siehe 10. Febr.).

9. Mai 2014 - Car-Net jetzt besser?

Fahrdaten

Bei meinen Tests während der letzten Tage war das Car-Net brauchbar schnell. Die Fahrdaten und die Parkposition wurden nach wenigen Sekunden von der e-Remote App angezeigt, sogar per Mobilfunk.

Ich glaubte es nicht wirklich.

Nach wiederholten Tests habe ich den Eindruck, dass nur der erste Aufrüf (nach dem Abstellen des Fahrzeugs) akzeptabel schnell ist. Offensichtlich versucht Car-Net bei jedem weiteren Aufruf die Fahrzeugdaten zu aktualisieren, was sehr lange dauern kann.

Marder

Vor einigen Tagen entdeckte ich ein Geschmiere auf der Windschutzscheibe und verdächtige Pfotenabdrücke auf dem Dach. Besonders viele waren im Bereich der Antenne. Beim genauen Hinsehen musste ich erkennen, dass ein Marder die Gummiantenne attackiert hatte.

Der Hund des Nachbarn hat jetzt ein Büschel Haare lassen müssen. Sie baumeln seit dem von der Garagendecke herab an einer Schnur über der Antenne. Ich bin mal gespannt, ob sich der Marder davon den Appetit auf meinen euP! verderben läßt?

Das Miststück hat sich bisher noch nicht für das Ladekabel interessiert. Ahnt das blöde Biest etwa, dass es eine derartige Attacke nicht überleben würde?

17. Mai 2014 - Und es bewegt sich doch ... sogar richtig weit

Und es bewegt sich doch etwas in Deutschland, was die Förderung der Elektromobilität anbetrifft. Vor ein paar Tagen war aus fast allen Medien zu erfahren, dass die A9 zwischen München und Leipzig als erste Autobahn mit Schnellladestationen ausgerüstet wurde. Auf allen Bildern war dabei der BMW i3 zu sehen. Des Weiteren war zu lesen, dass der Deutsche Verkehrsminister so ein Auto fährt. Daran sollte wohl der Letzte erkennen, wie "Politik" gemacht wird.

Das Großprojekt "SLAM" (Schnellladenetz für Achsen und Metropolen), an dem die Automobilhersteller BMW, Daimler, Porsche und VW beteiligt sind, will bis zum Jahr 2017 400 AC- und DC-Schnellladesäulen aufstellen. Mehr dazu kann man hier nachlesen: "SLAM": Startsignal für flächendeckendes Schnell-Ladenetz in Deutschland.


Die Schnellladestationen sind "selbstverständlich" mit den zum Europäischen Standard erklärten Typ-2-Stecker (dem sogenannten "Mennekes"-Stecker) ausgerüstet. Hieran erkennt man auch, wie die Deutsche Förderung der Elektromobilität funktioniert: Es ist ein "NPE-Projekt" (Nationale Plattform Elektromobilität). Keine Frage, warum sollte man die Japanische oder Amerikanische Industrie unterstützen? Schade ist, dass es keinen weltweiten Standard gibt. Deutschland will Marktführer in der Elektromobilität werden und ist ganz offensichtlich auf dem Weg dahin. Damit wird anderen Herstellern nicht erspart bleiben, sich diesem Stecker System anzupassen. In Elektroauto-Foren (wie GoingElectric) lassen die Besitzer entsprechender Autos bereits ihren Frust daüber ab.

CCS-Laden

Bild: Typ 2 Stecker mit Combined Charging System (CCS) - Laden mt Wechselstrom und Schnellladen mit Glechstrom

Okay - ich kann mich über diese Entscheidungen freuen. Ich hatte auf diese Ladetechnik gesetzt und deswegen die Mehrkosten für das optionale CCS Schnelllade-System im e-UP! nicht gescheut (siehe oben den ersten Eintrag). Mit den CCS Ladestationen an der A9 bietet sich für mich erstmalig eine Gelegenheit zu einer Langstreckenfahrt mit meinem e-UP! Wegen der Baustellen und ständigen Staus auf der A9 würde die Fahrt wohl keinen Spaß machen. Es würde wahrscheinlich der ECO+ Mode ausreichend sein, so dass nur an jeder zweiten Ladestation ein Stopp notwendig ist (z.B. 126 km von Schweitenkirchen bis Lauf an der Pegnitz). Soweit ich das bisher erkennen konnte, befinden sich die neuen CCS Stromtankstellen nicht in der Nähe von Autobahn-Rasthäusern. Also zu früh gefreut - keine Gelegenheiten für kurze Kaffeepausen!?


Es wird auch viel geforscht zum Thema Elektromobilität, besonders was die Meinung der potenziellen Käufer von Elektroautos anbetrifft. Die Lust auf Innovation, der Wunsch nach weniger Umweltbelastung und günstigere Betriebskosten werden dabei am häufigsten genannt.

 Auch das Lieblings-Elektroauto der Deutschen wurde erforscht (nein, nicht vom ADAC). Dabei landete der e-UP! gleichauf mit dem i3 auf dem zweiten Platz. Ich vermute mal, dass die Befragten die Aufpreisliste des i3 noch nicht wirklich kannten. Auf Platz lag "selbstverständlich" die elektrische Version des Lieblingsautos der Deutschen: der eGolf. Auch VW "erforschte" vor ein paar Tagen, wie es mit meiner Zufriedenheit mit dem e-UP! steht. Die Leser dieses Blog kennen sie bereits ...

Ich hätte die volle Punktzahl vergeben, wenn die Car-Net App von Anfang an funktioniert hätte. Ärgerlich empfinde ich auch, dass VW an einem nur wenige Cent teuren Schalter gespart hat. Bei einem fast 30.000 Euro teurem Auto sollte man erwarten können, dass das Fenster in der Beifahrertür auch von der Fahrerseite aus steuerbar ist.

13. Juni 2014 - Große Reichweiten und widerspenstige Klimatisierung

Seit Tagen kletterte das Thermometer täglich auf über 30 Grad. Eigentlich war es ideales Radl-Wetter, doch der Wetterbericht drohte täglich mit Gewittern, so dass ich mich am Morgen vorsichtshalber für die Fahrt mit dem eUP! entschied.

Offensichtlich auf Grund der hohen Temperaturen zeigte der Board-Computer ungewohnt hohe Reichweiten an: Nach 60 km Fahrt noch etwa 100 km, also etwa 20 km mehr wie ich es (bei gleicher Strecke) bisher gewohnt war. Nach dem Einschalten der Klimaanlage (A/C) sinkt die angezeigte Reichweite jedoch um etwa 15 km.

Als recht effektiv haben sich die hinteren Ausstellfenster erwiesen. Im Gegensatz zu den bei anderen Fahrzeugen üblichen Versenkfenstern erzeugen sie auch bei hohen Geschwindigkeiten keinen unerträglichen Lärm, so dass man sie bei derartigem Wetter fast immer geöffnet lassen kann.

Wenn das Fahrzeug bei Temperaturen um die 30 Grad stundenlang in der Sonne gestanden hat, dann ist es eigentlich eine Supersache wenn man die Klimaanlage per Car-Net App kurz vor der Abfahrt einschalten kann. Dazu verspricht Volkswagen: "Mit dem Dienst 'Klimatisierung' sorgen Sie schon vor Beginn der Fahrt für eine angenehme Temperatur im Innenraum."

Soweit die Theorie. In der Praxis ist es jedoch nicht so einfach wie es die Werbung verspricht:

Klimatisierung

Versuch Nr. 1:

Mittwoch 11. Juni, 15:45 Uhr: Ich starte die Car-Net App und will mich anmelden. Ups - ich habe vergessen den mobilen Inernet-Zugang zu aktivieren und hole dies nach. Die Car-Net App stellt sich jetzt tot und reagiert auf nichts mehr, also in die Systemeinstellungen gehen und die Car-Net App killen. Neuer Versuch. Das Anmelden klappt jetzt. Nach etwa 1 Minute kann ich den "e-Manager" aufrufen um die Klimatisierung zu starten. Lange 3 Minuten lang passiert erst einmal gar nichts. Dann erscheint eine Meldung, dass der Ladestrecker nicht angesteckt ist. Ja, das weiß ich! Es gibt weit und breit keinen Parkplatz mit Ladesäule. Ich kann jetzt die Einstellungen ändern, so dass die Klimatisierung auch ohne angesteckten Ladestecker möglich ist. Noch einmal die Klimatisierung starten. Nach einer kleinen Ewigkeit kommt endlich die Meldung: "Klimatisierung gestartet". Es ist jetzt nach 16 Uhr. Ursprünglich wollte ich schon längst unterwegs sein. Etwa 2 Minuten später komme ich zum Fahrzeug. Vor dem Aufsperren höre ich, dass das Gebläse der Klimaanlage läuft. Beim Einsteigen kommt es mir so vor, als wenn ich eine Sauna betrete. Viel Aufwand um nichts!

Versuch Nr. 2:

Donnerstag, der 12. Juni: Man ist ja lernfähig. Ich habe deshalb die Klimatisierung etwas früher eingeschaltet. Der mobile Inernet-Zugang war heute auch bereits aktiviert, so dass die Anmeldung bei Car-Net sofort möglich sein sollte. Etwa 3 Minuten lang kommt keine Rückmeldung. Doch dann kann ich endlich die Klimatisierung starten. Nach weiteren etwa 3 Minuten kommt die Bestätigung "Klimatisierung gestartet". Okay! Ich melde mich bei Car-Net ab und erledige noch ein paar Dinge bevor ich zum Fahrzeug gehe. Am Fahrzeug angekommen, herrscht verdächtige Stille. Das Gebläse läuft nicht. Ich denke zunächst (optimistisch), dass die Zeit gereicht hat um den Innenraum ausreichend herunter zu kühlen. Doch beim Einsteigen wieder der Sauna-Effekt. Wieder viel Aufwand um nichts!

Zu Hause angekommen schaue ich in die Betriebsanleitung des eUP!, ob ich irgend etwas übersehen haben könnte. Nein, nichts wirkliches. Die Ladung der "Hochvoltbatterie" sollte sich bei meinen Klimatisierungsversuchen über dem eingestellten Mindestwert (50%) befunden haben - oder etwa doch nicht? Jetzt erinnerte ich mich daran, dass beim Einschalten der Klimaanlage die angezeigte Reichweite während der Fahrt um etwa 10% sank (siehe oben). Das war es wohl! Die Klimatisierung hatte sich ganz offensichtlich kurz nach der Aktivierung wieder ausgeschaltet.

Versuch Nr. 3:

Freitag, der 13. Juni: Ich habe mich für das Fahrrad entschieden. Die "Klimaanlage" des Fahrrads funktioniert immer, denn es ist nichts schöner wie der kühlende Fahrtwind. Und ein Gewitter hatte es trotz anders lautender Vorhersage auch nicht gegeben. Einfach perfekt!

Fazit

In der Praxis kann man die Klimatisierung per Car-Net App effektiv vergessen, denn auf welchem Parkplatz findet man einen Anschluss für einen Ladestecker? Wenn man in der Betriebsanleitung des eUP! weiter liest, dann ist betreffend der Klimatisierung auch Ladestecker nicht gleich Ladestecker. Das Verhalten beim AC Laden ist anders wie beim DC Laden. Jetzt frage ich mich, wer blickt da noch durch?

14. Juni 2014 - Emissionsfrei?

Emission impossible!

... von hinten nahendes surrendes Geräusch

Während der morgentlichen Strecke mit dem Fahrrad (siehe 13. Juni) hörte ich ein von hinten nahendes surrendes Geräusch. Ein TWIKE überholte mich. Ich konnte während des Vorbeifahrens sehen, dass der Twike Pilot mit Strampeln beschäftigt war um die Reichweite zu erhöhen.

Blödsinnige Forderung

Die Tatsache, dass ich als Fahrradfahrer den von hinten nahenden TWIKE deutlich gehört habe beweißt einmal mehr wie blödsinnig die Forderung ist, Elektroautos mit Soundgeneratoren auszurüsten. Auch wenn Elektroautos deutlich leiser sind wie durchschnittliche Autos, so muss man nicht das Schlechte zum Standard erklären.

Wenn diese Forderung ernst zu nehmen wäre, dann müssten auch alle Radfahrenden die Umwelt mit künstlichem Lärm belasten. Oder man stelle sich vor, dass Elektroautos mit Nebelgeneratoren ausgerüstet werden müssten weil sie kein Auspuffrohr haben ...

Minderwertigkeitskomplexe

Ich selbst habe als eUP! Fahrer noch keine Situation erlebt, in der sich Fußgänger oder Radfahrende durch mein leises Dahinrollen gefährdet fühlten oder sich erschreckten. Im Gegenteil, es ist für mich eher enttäuschend, dass die Mehrzahl der Passanten meine emissionsfreie Mobilität gar nicht bemerkt. Im Umkehrschluß kann man deshalb behaupten, dass Fahrer von lärmenden Motorrädern und Autos ihre Minderwertigkeitskomplexe zur Schau stellen müssen.

11. Aug. 2014 - Nichts Neues

Absolut emissionsfreier Urlaub

Zunächst muss ich mich wohl dafür entschuldigen, dass ich 2 Monate lang keinen neuen Eintrag in diesen Blog geschrieben habe. Das hatte folgende Gründe:
1.) Es gab nichts wirklich Neues zu berichten. Mein eUp! hatte "Sommer-Urlaub".
2.) Während dieser Zeit habe ich mit meinem Mountainbike die Französischen Alpen auf der Route des Grandes Alpes absolut emissionsfrei durchquert. Die dabei zurück gelegten Tagesetappen führten über die höchsten Straßenpässe der Alpen und wären sicherlich eine Herausforderung für ein Elektroauto. Aber mangels Schnellladestationen hätte schon allein die Anfahrt mit dem eUP! länger wie mein Urlaub gedauert.

Besucherauswertung

Ich freue mich an dieser Stelle die regelmäßigen Besucher von der Volkswagen AG auf meiner Website begrüßen zu können. Ich würde mich auch über einen Eintrag im Gästebuch freuen. Zum Beispiel als Dankeschön für meine Error Reports zur Car-Net Software? Hier ist gleich der nächste Bug:

Kuriose Car-Net Daten

Ich habe den eUP! während der letzten Tage nur selten genutzt und am 8. August nicht wirklich! Er wurde an diesem Tag nur maximal 20 Meter aus der Garage und wieder zurück gefahren.

Car-Net zeigt jedoch für diesen Tag eine Strecke von 31 km an. Auffällig ist dabei, dass die Daten genau mit den Werten des Vortags übereinstimmen. Nicht nur das, auch die Daten der morgentlichen Tour von Heute fehlen ganz.

Nichts Neues ...

4. Sep. 2014 - Update

eUP! Update

Für Computer Benutzer ist das Word "Update" mittlerweile ein echter Horror geworden. So war ich auch erst einmal nicht wirklich erfreut, als die Kundendienstberaterin des Autohaus mit mir einen Termin für ein wichtiges Software Update für meinen eUP! vereinbaren wollte. Ich hatte dafür keine zwingende Notwendigkeit gesehen, denn der eUP! war bisher absolut zuverlässig. Selbstverständlich war alles kostenfrei und es wurde mir ein Ersatzfahrzeug zur Verfügung gestellt. Aus den 3 Stunden für das Update wurden es dann 3 Tage, während der ich auf mein Elektroauto verzichten musste. Irgendwie erinnerte mich das an Software Updates beim Computer ...

Fast hätte ich es vergessen: Mein eUP! bekam im Rahmen des Update auch eine Gratis-Wäsche. Danke!

Ungewohntes Fahren mit einem Benzinauto

Wegen des Ersatzwagens hatte ich die Gelegenheit zu einem Vergleich zwischen Elektro- und normalem Auto unter vergleichbaren Bedingungen. Die erste Fahrt fing gleich mit einer Pleite an, denn beim Startvorgang trat ich nicht auf die Kupplung, sondern wie vom eUP! her gewohnt auf die Bremse. Zu meinem Glück warteten auf meiner Fahrt keine Blitzer auf Opfer, denn beim Zurücknehmen des Gaspedals wurde das Fahrzeug nicht so abgebremst, wie ich es vom eUP! (wegen der Rekuperation) gewohnt bin. Ich erwischte mich selbst immer wieder dabei, dass ich viel zu lange mit zu hoher Geschwindigkeit rollte. Ungewohnt war für mich inzwischen auch der Besuch einer Tankstelle. Während der etwa 200 km hatte das Ersatzfahrzeug (VW Polo) etwa 11 Liter Benzin verbraucht, also etwa 8 Euro auf 100 km. Mein eUP! hätte dabei für etwa 4 Euro Strom verbraucht.

5. Sep. 2014 - Sommer Verbrauch und anderes

Fahrdaten

Mit "Vollgas" über die Autobahn

Nachdem ich mit meinem eUP! den Münchner Dauerstaus endlich entkommen war wollte ich während der Heimfahrt einfach einmal wissen, wie hoch der Stromverbrauch bei Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn ist. Also "Vollgas". Bei einer Tachoanzeige von etwa 135 km/h endet die Beschleunigung schlagartig. Tempomat einschalten und rollen lassen. Die Verbrauchsanzeige pendelte in der Ebene bei etwa 20 kWh/100 km. Der eUP! hält auf Steigungen die Geschwindigkeit locker, dafür steigt der Verbrauch auf über 40 kWh/100 km.

Zwischendurch musste ich einmal auf die Bremse treten weil sich ein Stau gebildet hatte. Beim Überholen sah ich, dass ausgerechnet ein Elektroauto die Ursache des Staus war - ein Leaf zwang alle in die Bremsen.

Der Screendump (Bild rechts) zeigt die Verbrauchswerte während dieser Fahrt. Mit 15,8 kWh/100 km ist er deutlich niedriger wie erwartet. Das bedeutet, man muss mit einem Elektroauto kein Verkehrshindernis auf der Autobahn sein. Und ja - die Car-Net App funktioniert derzeitig problemlos.

Sommer-Verbrauch

Seit der letzten Verbrauchsanalyse Anfang Mai war der eUP! 3000 km weit unterwegs. Er wurde dabei ausschließlich in der heimischen Garage mit 401 kWh Strom "betankt". Der effektive Durchschnittsverbrauch betrug somit 13,3 kWh/100 km.

CO2 Emission des eUP!

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat Autos mit alternativem Antrieb anhand der CO2 Emission bei der Stromerzeugung bewertet. Das Ergebnis stellt die bisherigen Vorstellungen über die Umweltfreundlichkeit einiger Elektroautos auf den Kopf. Der eUP! liegt mit 67 g CO2/km auf den vorderen Plätzen der "vollwertigen" Elektroautos. Mehr dazu bei: Heise Autos.

28. Sep. 2014 - eRUDA - Ich war dabei!

Die eRUDA (elektrisch rund um den Ammersee) ist Deutschlands größte eMobilfahrt. In Teams soll die Alltagstauglichkeit der Elektromobile bewiesen werden. In diesem Jahr waren erstmals die Volkswagen Modelle eUP! und eGolf dabei. Ich schloss mich dazu dem Team des Autohaus Christl & Schowalter GmbH + Co. KG an. Nachfolgend einige Impressionen und Erlebnisse während dieser zwei Tage mit Touren um Ammersee und Starnberger See.

Samstag Morgen nach der Anreise im Lade-Park in Inning: Nachdem ich keine freie passende Schnellladestation finden konnte musste ein 220 V Ladeanschluss reichen. Nach dem Briefing und dem Start von (geschätzt) 100 anderen Elektrofahrzeugen betrug die angezeigte Reichweite bereits wieder 120 km, was für die geplanten Touren um den Ammersee, nach Landsberg und wieder zurück ausreichend sein sollte.

Es war fast 12 Uhr als unser Team im Lade-Park endlich an den Start gehen konnte. Die vorgeschlagene Route führte zwischen Wörthsee und Pilsensee, über Kloster Andechs bis nach Dießen am Ammersee (etwa 26 km). Wenn man dem Navi folgte, dann führte dies einem an Kloster Andechs vorbei durch Herrsching, wo sich dann auch erstaunlich viele Teilnehmer der eRUDA wieder sahen. Das Ziel war die Markthalle in Dießen, wobei der dortige Parkplatz nicht groß genug war und unser Team auf der anderen Seite der Bahngleise parken musste. Entsprechend wenige Besucher fanden dann auch den Weg zu unseren eMobilen. In und vor der Markthalle konnte man sich mit dem Nötigsten für eine Mittags-Mahlzeit versorgen.

Das zweite Ziel des Tages war Landsberg am Lech (etwa 26 km). Gestartet wurde wieder in Minuten-Abständen. Ich startete als letzter des Teams und folgte dem Navi durch kleine Nebenstraßen in Dießen. Nach dem Einbiegen in die Landsberger Straße war dann ein Großteil des Teams hinter mir. Auf der weiteren Strecke stellte ich den Geschwindigkeitsregler auf eine Geschwindigkeit von etwa 75 - 80 km/h ein, um eine möglichst optimale Reichweite zu erzielen. Die nachfolgenden Autos des Teams hatten während der gesamten Nacht im Lade-Park gestanden. Sie mussten deshalb keinen Strom sparen und überholten mich bei nächst bester Gelegenheit. Wirklich gelohnt hatte es sich aber nicht, denn sie kamen nur eine Wagenlänge früher in Landsberg an. Mein Fazit: "Auch langsam kommt man genau so schnell am Ziel an".

Für unser Team war am Hauptplatz kein Platz mehr frei, so dass wir auf den Roßmarkt ausweichen mussten. Dort verlief sich sogar ein Filmteam und filmte unsere Elektroautos.

Die nächste eRUDA Etappe führte zurück zum Lade-Park in Inning. Ich "befragte" mein Navi, ob ich es auch ohne "Nachtanken" bis zur 63 km entfernten heimischen Strom-Tankstelle schaffen würde. Ja, es würde ausreichen! Ich wählte den ECO+ Mode und kam dann mit 20 km Rest-Reichweite an. Später am Abend checkte ich glücklicherweise per Car-Net den Ladestatus. Mit Schrecken musste ich sehen, dass die Ladezeit länger dauerte wie die geplante Abfahrt am nächsten Morgen. Ich bin dann schnell in die Garage um den Ladestrom zu erhöhen.

Der Sonntag begann nicht gut. Ich war spät dran und musste möglichst schnell fahren um das eRUDA Briefing nicht zu verpassen. Bei der Ankunft konnte ich im Lade-Park keine CCS-Schnellladestation entdecken. Ich wählte ersatzweise eine Typ2 Ladesäule. Die Ladestatus-Anzeige meines eUP! blieb aber stets auf Orange (keine Netzspannung). Alle Versuche an Strom zu kommen blieben erfolglos. Also rollte ich mein 220V Ladekabel aus und steckte es in den nächst besten Anschluss. Endlich eine grüne Ladestatus-Anzeige. Etwa 5 Minuten später schaue ich noch einmal nach dem Rechten: die Ladestatus-Anzeige zeigte wieder Orange! Eine Sicherung im Stromverteiler hatte mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich musste den Ladestrom verkleinern.

Im Gegensatz zum Vortag konnte unser Team heute früher starten, was meinem Ladevorgang ein vorzeitiges Ende bereitete. Die erste Strecke führte etwa 31 km lang östlich des Ammersee bis nach Weilheim. Ursprünglich wollte ich mir meine eigene Strecke suchen, doch in Herrsching hatten mich die anderen Team-Mitglieder bereits wieder "eingefangen". Bei unserer Ankunft in Weilheim waren der Marienplatz und Kirchplatz schon belegt. Wir mussten unsere Elektroautos bereits in der Pöltnerstraße abstellen. Das Abstellen war gar nicht so einfach wie man zunächst meinen könnte. Es ging Minutenlang nichts vor oder zurück. Ich hatte den Eindruck, dass einige eRUDA Teilnehmer nicht wussten zu welchem Team sie gehören.

Nur wenige Passanten interessierten sich für unsere Elektroautos. In Gesprächen hörte man immer wieder die bekannten Vorurteile gegenüber Elektroautos. Was zeigt, wie wichtig die Öffentlichkeitsarbeit ist.

Der Aufenthalt in Weilheim reichte für ein Mittagsessen. Dann hieß es wieder Aufstellen zum Start. Die eRUDA Teilnehmer wurden im Minutentakt auf die Reise nach Starnberg geschickt.

Die empfohlene Route führte von Weilheim aus durch Seeshaupt am Ostufer des Starnberger Sees entlang. In Seeshaupt konnten sich einige eRUDA Teilnehmer nicht entscheiden ob sie ihren Navis, den Wegweisern (am Westufer entlang) oder der empfohlenen Route folgen sollten.

Das letzte Stück bis Starnberg entspricht meinem (fast) täglichen Weg in das Büro. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals zuvor auf dieser Strecke so langsam fahren müsste, denn einige "Stromsparer" zwangen alle nachfolgenden Fahrzeuge zum extremen Langsamfahren. So etwas hinterläßt m. E. in der Öffentlichkeit kein gutes Image für die eMobilität. Das Bild zeigt den Convoy unseres Teams kurz vor Starnberg.

PS: Die "Stromsparer" waren nicht(!) aus unserem Team.

Nach etwa 40 km Ankunft in Starnberg. Ich konnte es zunächst nicht glauben, denn mir wurde in der Mitte des Starnberger Kirchplatz ein Stellplatz zugewiesen.

Besonders gefreut habe ich mich über ein Treffen mit Volker, dem Designer der österreichischen Elektroauto-Pickerl (siehe auch den Beitrag vom 11. Febr. 2014). Volker war mit seinem ZOE über 200 km weit aus Österreich zur eRUDA angereist.

Von Starnberg aus führte die Route der eRUDA etwa 20 km weit zurück zum Lade-Park in Inning. Ich vollendete jedoch nicht die Umrundung des Starnberger Sees und machte mich stattdessen auf den Heimweg. So ersparte ich mir das andernfalls notwendige Laden für die Heimfahrt. Ich fuhr an diesem Tag etwa 130 km.

Mein Fazit

An dieser Stelle möchte ich dem Organisator der eRUDA und seinem Team ein großes Lob für die Arbeit aussprechen. An der eRUDA 2014 nahmen über 160 eMobile teil. Ich habe jedoch meine Zweifel, ob es gegenüber der Öffentlickeit dienlich ist, wenn unbezahlbare Sportwagen oder abenteuerliche "Bastellkisten" in den Mittelpunkt gestellt werden. Diese mögen interessant sein, sie beweisen jedoch eher das Gegenteil von Alltagstauglichkeit. Ein Elektroauto kann wohl nur dann als alltagstauglich bewertet werden wenn es ohne Spezialtraining fahrbar ist, Platz für eine Familie mit Kindern, einen bequemen Einstieg, sowie einen vollständigen Wetterschutz bietet und nahezu überall ladbar ist.

5. Okt. 2014 - Ergänzungsmobilität

Ausnahmsweise einmal nicht elektrisch unterwegs

Die effektive Reichweite meines eUP! war für die bisherigen Fahrten stets ausreichend. Anders sah es jedoch aus, als eine Reise zu einem etwa 600 km entfernten Ziel notwendig wurde. Mangels ausreichend verfügbarer Schnellladestationen hätte eine derartige Fahrt mit dem eUP! wohl mehrere Tage gedauert. Volkswagen bietet deshalb seinen Elektroauto-Kunden in Zusammenarbeit mit Euromobil die sogenannte "Ergänzungsmobilität" an. Damit steht mir für bis zu 30 Tage pro Jahr ein kostenloses Ersatzfahrzeug mit konventionellen Antrieb zur Verfügung.

Um diesen Service erstmalig in Anspruch zu nehmen musste ich vorher eine "Ergänzungsmobilitätskarte" beantragen. Neben Ausweis, Führerschein, Kredit-, Gesundheits-, Bahn- und anderen Karten ein weiteres Stück Plastik.

Es war eine mehrtägige Reise mit vier Personen geplant, so dass ich einen Golf oder vergleichbares Fahrzeug wünschte. Dazu hieß es lediglich: "kein Problem". Bei der Übernahme des Ersatzfahrzeuges war ich angenehm überrascht. Ich erhielt einen neuwertigen Golf in der R-Line Ausstattung mit 110 KW Dieselmotor, ausgerüstet mit allen denkbaren Optionen wie Automatikgetriebe, Front-, Spurhalte-Assistenten und vieles andere.

Fahren oder gefahren werden?

Nicht zuletzt Dank dieser Assistenzsysteme verliefen die normalerweise stets anstrengenden und nervigen über 600 km langen Autobahnfahrten relativ entspannt. Der Front-Assistent regelte vollkommen autonom die Geschwindigkeit sowie den Abstand zu voraus fahrenden Fahrzeugen. Er leitet sogar Notbremsungen ein wenn sich rücksichtlose Autofahrer dazwischen drängeln. Sobald die Spur wieder frei war beschleunigte der Assistent selbständig auf die gewählte Höchstgeschwindigkeit. Wenn der Spurhalte-Assistent bemerkte, dass man sich als Fahrer zu sehr auf die Technik verließ, dann erschien im Display die Frage, ob eine Kaffeepause notwendig sei. Lediglich die derzeitig extrem vielen Baustellen mit den chaotischen Straßenbemalungen überforderten ganz offensichtlich die Automatik. Gelegentlich meldete der Spurhalte-Assistent, dass man bitte selber das Steuer übernehmen soll.

Mein Fazit

Die von Volkswagen angebotene Ergänzungsmobilität läßt keine Wünsche offen. Damit ist man auch als "eMobilist" nahezu unbegrenzt mobil.

2. Nov. 2014 - Neue Version der Car-Net App - neuer Frust

e-Remote Update

Im Google Play Store wurden wieder einmal diverse App Updates für mein Android angeboten, unter anderem ein Update für die Car-Net e-Remote App. Die Beschreibung versprach einige Verbesserungen, also wählte ich "Aktualisieren". Es waren dazu etwa 45 Megabyte (!) herunter zuladen (zum Vergleich: der zweifellos viel komplexere Browser Dolphin benötigt weniger als 14 Megabyte). Man muss sich schon fragen, warum es notwendig ist, den stets knappen Speicher eines Smartphons mit soviel "Datenmüll" zu verstopfen?

Kein Login möglich!

Von allen anderen Apps / Programmen ist man es gewohnt, dass man sie nach einem Update sofort wieder benutzen kann. Anders bei e-Remote: Nach dem ersten Start musste ich wieder meinen Benutzernamen eingeben. Nach der Eingabe der PIN erschien ein weiterer Dialog zur Eingabe einer Registriernummer? Neue App Version - neuer Fehler? Wozu eine neue Registrierung, denn ich benutze Car-Net schließlich schon seit Monaten? Aufgrund meiner Ignoranz reagierte die App anschließend auf nichts mehr. Nach etwa 5 Minuten kam die Fehlermeldung "Internetverbindung unterbrochen" (Bild 3). Ich beendete die App und startete sie erneut. Nach Eingabe der PIN war sie wieder tot! Stinksauer "killte" ich in den Systemeinstellungen die App. Beim nächsten Startversuch verlangte die App wieder die Eingabe einer Registriernummer, bzw. deren Anforderung. Also wählte ich Anfordern. Darauf hin kam der Hinweis, dass mir an meine eMail-Adresse ein Kode zugesendet würde. Es kam aber nichts. Nach 10 Minuten verlor ich die Gedult und wiederholte alles noch einmal. Jetzt kamen unverzüglich zwei eMails mit jeweils einem anderen "Car-Net-App Kopplungscode" an. Ich wählte den zuletzt gesendeten Kode und siehe da, endlich startete die App.

Was soll jetzt besser sein?

Um alle Fahrdaten (Bild 5) zu sehen muss man den Anzeigebereich jetzt zusätzlich scrollen. Eine sehr fragliche Verbesserung. Man kann nur vermuten, dass die Programmierer die App noch nie auf einem für die Hosentasche geeignetem Smartphone getestet haben.

Im Startdialog der App (Bild 1) findet man als Neuerung einen Demo Modus. Hiermit wird das e-Remote anhand der eGolf Funktionen demonstriert. Als Neu ist im e-Manager die Programmierung der Abfahrtzeiten erkennbar. Schön, dachte ich mir, aber leider funktioniert das beim eUP nicht. Dabei hatte ich mir erst vor ein paar Tagen diese Funktion dringend gewünscht:

Merkwürdige Einstellung der Abfahrtzeit

Ich wollte - zwecks Klimatisierung - die Abfahrtzeit für den nächsten Morgen per Bildschirm im Auto auf 5:45 Uhr programmieren. Aber jedesmal wurde nach dem Drücken auf "Speichern" wieder 6:45 Uhr angezeigt! Erst nachdem ich als Zeit 4:45 gewählt hatte, war nach dem Speichern die Abfahrtzeit auf 5:45 Uhr eingestellt. Voll logisch oder was? (Am anderen Morgen war das Auto dann auch wirklich um 5:45 klimatisiert worden.) Es ist zu vermuten, dass die Software Programmierer auch größere Probleme mit der Sommer- / Winterzeit Umstellung haben.

29. Nov. 2014 - Reichweiten-Angst und Reichweiten-Rennen (Tipps zu eUP Videos)

Das e-UP! - Forum und die Reichweiten-Angst im Winter

Für alle, die es noch nicht kennen, hier meine Empfehlung zum GoingElectric - Elektroauto Forum - e-UP!. Die darin diskutierten Probleme kommen mir irgend wie bekannt vor. Im Thread "Wichtig! Problem? (Alle e-UP Fahrer bitte hier mitmachen!)" kann jeder seine Erfahrungen/Probleme mit dem e-UP! kund tun. Schwerpunkte in der Problem-Auswertung bilden das Maps & More und - wenn wundert es - das Car-Net e-Remote.

Jetzt, vor Beginn der kalten Jahreszeit, verbreitet sich unter den Elektroauto-Neulingen die Reichweiten-Angst. Mein e-UP! hat schon einen Winter hinter sich, so dass ich dem Winter relativ gelassen entgegen sehe (siehe oben in diesem Blog).

Kein Reichweiten-Stress mehr?

Durch Zufall habe ich jetzt bei PlugFinder eine Ladesäule entdeckt, an der ich täglich direkt vorbei fahre. Sehr schön, dass es wieder eine Ladesäule mehr gibt, aber warum müssen die so versteckt sein? Erwähnen sollte ich auch, dass es seit längerer Zeit beim Autohaus Christl & Schowalter GmbH + Co. KG im Münchner Süden eine erste CCS Schnell-Ladestation gibt. Mein e-UP! wurde daran bereits erfolgreich "Druckbetankt". Dies ermöglicht es mir die letzten 40 km von München bis nach Hause über die Autobahn zu fahren, ohne dabei den ECO+ Mode zu beanspruchen - falls es einmal knapp wird. Leider nur während der Öffnungszeiten.

An dieser Stelle noch ein Link-Tipp zur Web Site von meinem Freund Volker: Elektroautor.com - Service - Ladestationen finden. Volker listet auf dieser Web Site verschiedene Internet-Dienste zum Finden von Ladestationen. Die Erfahrung lehrt derzeitig, dass man mehrere dieser Internet-Dienste befragen muss um wirklich alle Ladestationen zu entdecken.

Video: Reichweiten-Rennen mit Leaf, i3 und e-UP!

Dieses Video ist unbedingt sehenswert, auch wenn nicht jeder die Kommentare der Norwegischen "Rennfahrer" versteht: El-bil race med Nissan leaf, Volkswagen e-Up! og BMW i3 - YouTube. Es ist unübersehbar, wie viel Spaß das Elektroautofahren bereiten kann. Am Start einer Rennstrecke sieht man drei Elektroautos. Die drei "Rennfahrer" haben sich mit Helmen auf ein hartes Rennen vorbereitet. Es geht ganz offensichtlich darum, mit "Vollstrom" so viele Runden wie möglich zu drehen. Gleich ab dem Start zischt der i3 den anderen gnadenlos davon. Doch der i3 "Rennfahrer" hat sich zu früh gefreut. Bereits nach etwa 19 km kommt der Leaf zum Stehen und nach etwa 28 km geht dem i3 der Strom aus. Man sieht anschließend den e-UP! "Rennfahrer" als Sieger, aber leider nicht, wie weit er es geschafft hat. Mangels Rennstrecke kann ich es leider nicht ausprobieren. Obwohl ich oft den Eindruck habe, dass es viele Autofahrer gibt, die unsere Straßen in Rennstrecken umfunktionieren.

Video: VW e-UP! Produktion

Jedem Besitzer eines e-UP! interessiert es nicht nur zu sehen wie und wo sein Auto entstanden ist, sondern auch wie es unter dem Blech aussieht. Einen kurzen Einblick dazu bietet das Video VW e-up Production - YouTube. Interessant ist, dass jeder e-UP! mit einer Seilbahn zu einer Marterstrecke transportiert wird. Das ist auch gut so, denn so muss man keine Angst haben, dass das Auto auf den herunter gewirtschafteten Deutschen Straßen Schaden nehmen könnte.

30. Dez. 2014 - Strom-Tanken - aber wo und wie?

In der Presse war dieser Tage zu lesen, dass Verkehrsminister Dobrindt den Bau von Elektroauto-Ladestationen voran treiben will. Eine wahrlich späte Erkenntnis! Nach fast einem Jahr Elektroauto-Praxis hatte ich die Hoffnung schon fast aufgegeben. Das Elektroauto ist bisher nur ein umweltfreundlicher Zweitwagen für die Kurzstrecke.

Umweltschutz nur ein Alibi?

Ich habe während der letzten Tage wiederholt die aktuelle Ladestationen-Situation in meinem Umkreis gecheckt. Es ist nach wie vor frustrierend: Die einzige zuverlässige Strom-Tankstelle ist die heimische Garage. Alles andere ist mehr oder weniger ein Abenteuer. Dabei wurde mir so richtig bewusst, das sich Deutschland noch in der Elektroauto-Steinzeit befindet. Der Auslöser dieser Feststellung ist, dass mein Arbeitgeber den Standort gewechselt hat, so dass mein Weg zum Büro in Zukunft deutlich länger ist und an die Grenzen der Reichweite meines Elektroautos stößt. Ich würde mich gerne an den Kosten für eine Lademöglichkeit beteiligen, aber es wurde nicht einmal der Platz dafür eingeplant. Man muss sich fragen, wie kann es sein, dass ein umweltzertifiziertes Unternehmen einen neuen Standort auf der grünen Wiese errichtet, dazu aber keinerlei Vorgaben betreffend einer umweltgerechten Verkehrsanbindung einhalten muss. Es fehlen nicht nur gesetzliche Vorgaben, auch die Normen zum Umweltschutz haben offensichtlich nur eine Alibifunktion.

Ein "normales" Auto ist weiterhin unverzichtbar ...

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln würde ich täglich 4½ Stunden unterwegs sein und je Fahrt 4 mal umsteigen müssen. Mit dem E-Bike - sofern es das Wetter erlaubt - "nur" etwas mehr als 3 Stunden. Mit dem Auto (wegen der Staus) etwa 2 Stunden.

Auf der neuen Strecke zwischen Daheim und der neuen Arbeitsstelle befinden sich 5 normale Tankstellen, aber keine wirklich nutzbare Strom-Tankstelle! Entweder müsste ich größere Umwege in Kauf nehmen - was sich schon aus Umweltgründen verbietet und wegen der begrenzten Reichweite eines Elektroautos auch entgegen aller Vernunft wäre. Für jede dieser Ladestation benötige ich eine andere spezielle Chip-Karte bzw. einen Spezialschlüssel sowie viel Zeit, weil es keine Schnellladestationen sind. Um einige der Ladestationen nutzen zu können habe ich beim zuständigen Stromversorger eine "Tankkarte" beantragt. Nach "nur" zwei Wochen hatte ich sie schon. Man stelle sich einmal vor, wie es wäre, wenn man vor dem Tanken an einer "normalen" Tankstelle zwei Wochen vorher einen Antrag stellen müsste? Die Straßen wären leerer.

Die für mich am nächsten gelegene Strom-Tankstelle ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, obwohl sie in allen Verzeichnissen gelistet ist. Sie dient nur als Aushängeschild für den Umweltschutz der Gemeinde. Der Bürgermeister leistet sich einem i3 als Dienstwagen - noch irgend welche Fragen? Eine weitere Strom-Tankstelle befindet sich innerhalb eines Parkplatzes mit gesalzenen Parkgebühren. Auf der weiteren Strecke befinden sich zwei weitere Elektro-Tankstellen, die erste ist ständig "nicht in Betrieb" und die zweite befindet sich innerhalb eines Park & Ride Parkplatz und wird ständig von normalen Autos blockiert. Ich befürchte, dass ich wegen dieser Umstände meine "Tankkarte" wohl nie nutzen werden kann.

Man kann deshalb gespannt sein, ob sich die Politik etwas einfallen läßt um die Elektromobilität wirkungsvoll zu fördern. Da gibt es das von der Bundesregierung geförderte "schaufenster-elektromobilität". Wenn man hier genauer hinsieht, dann stellt man fest, dass nur wenige Unternehmen davon profitieren. Für die breite Masse der Bevölkerung ist ein Nutzen nur schwer erkennbar. Aber man muss schon ein Träumer sein um anderes als Lobbyismus zu vermuten ...

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