Claudias Jahresrückblick 2025

Beim Schreiben dieses Jahresrückblick wurde mir so richtig bewusst, dass sich vieles Jahr für Jahr wiederholt. Auf einige Wiederholungen würde ich gerne verzichten, wie zum Beispiel der ständige Ärger mit den Bahnfahrten.

11. Januar: Das jährliche Ausbildertreffen, dieses mal in Augsburg. Mit der Regionalbahn bis Augsburg. Etwa 15 Minuten Fußweg bis zum Treffen. Ich war eine der Ersten und konnte deswegen beim Bereitstellen der Getränke helfen.

Im Verlauf der Besprechung kam eine heftig erregte Diskussion auf, in der man die von mir vorgetragenen Fakten betreffend der neusten Ausbildungsregeln nicht wahr haben wollte. Einige Tage später hieß es dann im Protokoll, dass Claudias Aussage richtig war. Es war für mich eine späte Genugtuung.

Die Heimfahrt dann mit einer brechend vollen Regionalbahn.

14. Januar: Mein Elektroauto war inzwischen elf Jahre alt. Bisher wurden jedes mal die verrosteten Bremsen beanstandet. Ich beobachtete die Prüfer dabei, wie sie sich offensichtlich größte Mühe gaben an meinem „alten“ Auto etwas zu finden. Aber dieses Mal bekam es ohne Beanstandung eine neue Plakette. Ich war froh, das Geld für einen Werkstattbesuch gespart zu haben.

Beim langsamen fahren war stets ein leises undefinierbares Knackgeräusch zu hören. Um mögliche größere Schäden zu vermeiden, vereinbarte ich einen Werkstatttermin. Weder bei der Probefahrt, noch in der Werkstatt konnte die Ursache gefunden werden. Man bot mir an, vorsorglich wesentliche Teile der Vorderradaufhängung auszuwechseln. Ich lehnte es ab, denn für mein relativ altes Auto wollte ich keine 2000€ ausgeben. Anschließend war das Knackgeräusch nie mehr wahrnehmbar. Autos haben offensichtlich auch ihr eigenes Seelenleben …

22. Februar: Ein trauriger Tag für mich, denn meine Mitbewohner Andi und Laura zogen nach 2 Jahren wieder aus. Sie hatten etwa 2 km entfernt eine Wohnung gefunden. Jetzt musste ich wieder an die Einsamkeit im Haus gewöhnen. Aber das Bad gehörte mir ab jetzt wieder ganz alleine.

16. März: Mit dem ICE bis Erlangen. Bei der Ankunft in Erlangen standen einige Personen vor der Tür, sie machten jedoch keine Anstalten, um auszusteigen. Ich drängte mich zur Tür vor.
Oh Schreck!
Die Tür konnte nicht geöffnet werden. Ich rannte durch den Wagen zur nächsten Tür und hatte es soeben geschafft noch auszusteigen, bevor die Bahn wieder weiterfuhr. Der nächste Halt wäre erst in Berlin und der Tag gelaufen gewesen …

Etwa 10 Minuten zu Fuß bis zum Kulturzentrum E-Werk. Unterwegs traf ich Maria vom Landesvorstand, die anschließend die Begrüßungsrede hielt. Nach dem Mittagessen ein Workshop mit dem Thema „Selbstbewusst auftreten – wirkungsvoll kommunizieren„. Na ja, ich weiß nicht so recht, ob ich mit dem Workshop mein Selbstbewusstsein noch weiter gestärkt habe? Am späteren Nachmittag mit der gesamten Gruppe ein Spaziergang durch Erlangen.

Von der Bahn kam wieder einmal die befürchtete Nachricht auf mein Handy, dass die gebuchte Heimfahrt mit dem ICE von Erlangen nach München nicht möglich sei. Dies betraf auch meine Kollegin. Wir fuhren deshalb mit einer Regionalbahn bis Nürnberg. Von dort aus fuhr aber auch zwei Stunden lang keine Bahn nach München. Dann endlich wurden gleich drei Bahnen angekündigt. Wir trennten uns, denn meine Kollegin wollte unbedingt den ersten Zug nehmen. Ich wartete auf den zweiten, denn ich befürchtete, dass der erste überfüllt ist. In meinem Zug waren dann viele Sitzplätze frei. Ich war um Mitternacht wieder daheim.

2. April: Ich war Referentin eines von der Akademie organisierten Online-Seminars mit 15 Teilnehmer:innen aus dem gesamten Bundesgebiet. Das Seminar verteilte sich auf drei Abende, wobei die Teilnehmer:innen zwischendurch“Hausaufgaben“ zu bearbeiten hatten. Einige lösten die Aufgaben mit Bravour, wobei sie mir ihre Lösungen stolz per Email zusandten. Nachdem Seminar erhielten alle ein Zertifikat. In dem anonymen Feedback zum Seminar beschwerte sich eine Person, dass sie es als Zumutung empfunden habe, als Erwachsener „Hausaufgaben“ machen zu müssen. Wie naiv muss man sein, um zu glauben dass es für ein Zertifikat ausreicht, einfach nur drei Abende von dem Bildschirm zu pennen?

18. Mai: Der Münchner Fahrradclub hatte wieder einmal eine Fahrrad-Sternfahrt organisiert. Dafür wurden Versammlungsleiter und Ordner gesucht. Ich hatte jedoch keine Lust die angebotene Rolle der Versammlungsleitung zu übernehmen. Es stellte sich glücklicherweise jemand aus München zur Verfügung. Am Treffpunkt in Wolfratshausen war ich dann erst recht froh, nicht die Versammlungsleiterin zu sein, denn das zur Verfügung stehende Megaphon funktionierte nicht. Ich hätte mit meiner Stimme keine Chance gehabt, die vielen Teilnehmenden laut genug zu begrüßen.

23. Mai: Ich hatte mich wieder bereit erklärt als Delegierte an der Landesversammlung teilzunehmen. Dafür hatte mir in Voraus in Augsburg ein Hotelzimmer reserviert. Wenige Tage vorher bat mich mein Kollege, ob ich bereit wäre ein Zimmer in einem anderen Hotel zu nehmen, er würde es für mich umbuchen, damit der gesamte Landesvorstand im gleichen Hotel unterkommen würde. Mir war es egal.

Ich wählte dieses Mal für die Fahrt nach Augsburg den ICE, wobei die Fahrt nicht teurer war wie mit der Regionalbahn. Vom Bahnhof bis zu meinem Hotel waren es etwa ein Kilometer. Wir trafen uns am Nachmittag vor dem Augsburger Rathaus zu einer Stadtführung mit anschließenden Empfang durch den Landrat. Am Abend dann ein gemeinsames Essen in einer Brauereigaststätte. Es war vor allem eng und laut.

Die Landesversammlung fand am zweiten Tag im Augsburger Landratsamt statt. Wie bereits im Vorjahr war ich bei den meisten anderen Delegierten bereits bekannt, so dass ich stets mit „Hallo Claudia “ begrüßt wurde. In diesem Jahr hatte ich die Aufgabe einen Antrag meines Kreisverbands zu vertreten. Dazu hatte ich mir ein Plädoyer vorbereitet. Die vorhergehenden Tagespunkte zogen sich endlos dahin, so dass es bereits später Nachmittag war, bis das Rednerpult endlich für mich frei war. Mein Ziel war es, dass die Mehrheit der etwa 80 Delegierten für unseren Antrag stimmen würden. Ich hatte kaum mit meinem Plädoyer begonnen, als von der Versammlungsleitung der Zwischenruf kam, dass ich mich ganz kurz fassen solle. Ich habe mein Plädoyer fortgesetzt, um unseren Antrag vollständig erklären zu können. Ich wurde immer massiver unterbrochen. Zur Abstimmung kam es letztendlich nicht, der Antrag wurde zur Bearbeitung an den Landesvorstand verwiesen. Von den Delegierten erhielt ich viel Zustimmung. Die Empörung war groß, dass man mich nicht zu Ende reden lassen hatte.

24. Juni: Ich hatte wieder einmal eine Reise zu meiner Mutter geplant. Die Bahn-Tickets hatte ich bereits viele Wochen in voraus gebucht. Doch am Morgen des Reisebeginns erhielt ich wieder über die Bahn-App die Meldung, dass die Fahrt nicht möglich sei. Mehr in meinem Blog „Reisen ist immer wieder ein Abenteuer„.

8. Juli: Ich hatte die Bahnfahrten und das Hotel etwa vier Wochen vorher gebucht. Wie fast jedes mal kamen vor der Reise Meldungen, dass es „Fahrplanänderungen“ gibt. Ich kam über zwei Stunden später wie geplant in Leipzig an. In Leipzig wollte ich mir online die „Leipzig Card“ kaufen, was aber irgendwie nicht klappen wollte. Wieder daheim erhielt ich eine Nachricht, dass ich wegen meines „missbräuchlichen Verhaltens“ gesperrt sei. Auf der Rückreise kam es dann noch viel schlimmer, anstatt kurz vor Mitternacht war ich erst um 3 Uhr daheim. Mehr in meinem Blog „Leipzig„.

12. Juli: Im Juni 2020 fand die Verabschiedung aus meinem alten Beruf statt. Seit dem hatte ich keine Kontakte mehr zur Firma und ehemaligen Kolleg:innen. Ich war deswegen erfreut, als ich eine Einladung zum Sommerfest erhielt. Ich sollte meine Teilnahme telefonisch bestätigen. Die Dame am anderen Ende der Leitung sprach dabei mit mir, als wenn wir uns erst gestern noch gesehen hätten.

Die Fahrt zum Sommerfest kam mir ewig weit vor, dabei bin die Strecke früher täglich gefahren. Nach der Ankunft erkannten mich die ehemaligen Kolleg:innen mit einem großen Hallo gleich wieder. Es gab viel zu erzählen. Nach Kaffee und Kuchen gab es später viel Leckeres vom Grill. Es wurden auch Firmenrundgänge angeboten. Dabei interessierte mich vor allem mein ehemaliges Büro. Einmal wurden wir zu zweit während eines Rundgangs ausgesperrt. Die Tür vom Treppenhaus schnappte vor unserer Nase zu. Anders wie früher, hatten wir keine Ausweiskarte, um sie wieder zu öffnen. Wir waren ausgesperrt, glücklicherweise konnten wir das Treppenhaus nach Draußen verlassen.

26. Juli: Bereits vor Wochen erreiche mich eine Anfrage wegen einer möglichen Unterstützung. Ich erklärte mich bereit für die Aufgabe als Ordnerin. Mehr im Blog „CSD in Wolfratshausen„.

August: Seit Monaten war mir das, was in den USA vor sich ging, ein Dorn im Auge. Ich hatte schon seit langem weder Beiträge geschrieben noch gelesen. Warum soll ich mich mit Werbung und Fake vollmüllen lassen? Das Fass zum überlaufen hatte dann gebracht, dass man aufgefordert wurde, entweder personalisierter Werbung zuzustimmen oder 7,99€ pro Monat zu zahlen. Also habe ich Facebook gekündigt.

Ich habe seit dem ein Konto bei Mastodon.

13.August: Die Benzinvorräte für unseren Rasentraktor waren am Ende und mich hatte das Los getroffen für Nachschub zu sorgen. Mehr im Blog „Frau an der Tankstelle

24. August: Wie bereits im Vorjahr unterstützte ich wieder die Begegnungsfahrt mit MS-Betroffenen. Mehr im Blog „Begegnungsfahrt 2025

18. September: Wieder einmal stand der Betriebsausflug mit meinen Kolleg:innen an. Weil sich bei unserer Arbeit alles um das Radfahren dreht, sollte es sich dazu um eine Fahrradtour handeln. Ich sollte dazu eine Tour vorschlagen, die am Starnberger See startet und zur Isar führt. Ich fuhr die Tour einige Zeit vorher zur Probe, wobei ich feststellen musste, dass eine Ortsdurchfahrt wegen einer Dauerbaustelle gesperrt war.

Am Tag des Betriebsausflug fuhr ich erst einmal 20 km bis zum Bahnhof in Starnberg, wo wir uns trafen. Von dort zum Seehaus einer Kollegin, wo es Kaffee & Kuchen gab. Weiter eine Tour mit viel Auf und Ab bis zum Gasthaus Brückenwirt an der Isar. Ich hatte mit meinem Liegerad die Leitung übernommen und einige Sehenswürdigkeiten eingebaut. Als es einmal steil hinunter ging, überholten fast alle mich, so dass wir einen Abzweig verpassten. Der resultierende Umweg war nicht meine Schuld. Es ging noch richtig steil hoch. Im Gasthaus war für uns ein Tisch reserviert. Weil wir etwa eine Stunde zu spät kamen, mussten uns von der Bedienung entsprechende Kommentare anhören. Nach dem ausgiebigen Mittagessen fuhren wir weiter an der Isar in Richtung München. Ich verabschiedete mich in Grünwald, denn ich hatte noch über 30 km bis daheim vor mir. Es war ein schöner Tag mit den Kolleg:innen, denn wir sehen uns sonst nur in Videokonferenzen.

Mitte Oktober: Wie in jedem Jahr waren wieder einmal die Impfungen gegen Grippe und Covid fällig.

Oktober: Seit Monaten hatte ich beobachtet, dass Hacker versuchten, mit sogenannten Brute Force Angriffen sich einen Zugang zu dieser Website zu verschaffen. Häufig mehr als einhundert mal pro Tag wurde versucht mein Passwort zu knacken. Nachdem ich entsprechende Sicherheits-Plug-In installiert habe, ist endlich Ruhe.

25. Oktober: Ich war mittlerweile seit drei Jahren als Ausbilderin tätig. Immer wieder erlebt man dabei neue aufregende und bedenkenswerte Situationen. Es ist für mich als Transfrau aber auch spannend, ob ich in der Rolle akzeptiert werde. Was noch nie ein Problem war. Ich mache es vor allem gerne, weil ich dabei viele neue Menschen kennenlerne. Mehr in meinem Blog „Das Seminar

2. November: Anlässlich des 35-jährigen Bestehen des Landesverband Bayern fand ein Treffen mit u.a. den ehemaligen Vorständen und Mitarbeitenden statt, wozu ich eine Einladung erhielt, obwohl ich nicht zu den „ehemaligen“ gehörte. Ich empfand es als Ehre dabei zu sein dürfen. Dabei traf ich auch ehemalige Kolleg:innen. Es war schön, sie wiederzusehen.

5. November: Bereits im Frühjahr hatte ich mich dazu bereit erklärt eine Online-Veranstaltung aus dem Vorjahr zu wiederholen. Dazu konnte meine alte Präsentation stark gekürzt wiederverwenden, denn ich wollte dieses mal mehr auf die Fragen der Teilnehmenden eingehen.

Am Nachmittag vor der abendlichen Veranstaltung kam bei mir Stress auf. Ausgerechnet jetzt funktionierte mein altes Handy nicht mehr. Ich hatte es seit Jahren als WebCam bei Videokonferenzen verwendet. Irgendwie funktioniert das alte Handy dann doch noch einmal. Anschließend habe ich mir eine richtige WebCam gekauft. Man spart immer solange, bis es gar nicht mehr geht …

Von den 40 angemeldeten Personen nahmen 33 teil. 9 gaben anschließend ihr Feedback ab. Man kann es nicht allen recht machen, denn es wurde kritisiert, dass ich zu viel auf Fragen eingegangen sei.

Noch während des vorherigen Jahres hatte ich fast wöchentlich eine Therme besucht, mich dabei massieren lassen und jeweils mehrmals an Sauna-Aufgüssen teilgenommen. In diesem Jahr trat bei mir eine diesbezügliche „Müdigkeit“ ein. Nicht zuletzt auch wegen damit verbundenen Kosten.

Nach einem Sauna-Aufguss hatte ich ein interessantes Gespräch.

Mehr …

Irgendwie hatte ich mir angewöhnt viel mehr zu lesen wie früher, also nicht etwa nur Zeitung, sonden Bücher. Jetzt musste ich feststellen, dass ich während der letzten Monate alleine 15 Bücher von Rettungssanitätern & Co gelesen habe. Aber warum ausgerechnet Bücher von Rettungssanitätern? Es sind Geschichten, die das wahre Leben geschrieben hat. Ganz anders, wie es in Filmen und Fernsehserien dargestellt wird. Viele Geschichten gehen einem sehr nahe, vor allem wenn es Kinder oder Jugendliche betrifft. Ich habe eine große Ehrfurcht vor Menschen, die sich für andere einsetzen. Es ist ein harter Beruf, Tag und Nacht bereit zu sein, um anderen in der Not zu helfen. Man versteht die Blödheit der Typen nicht, die jetzt gerade wieder zum Jahreswechsel Sanitäter, Polizei und Feuerwehr angreifen.

Mein Jahreswechsel verlief dagegen völlig ruhig und vor allem umweltbewusst.

Nach Mitternacht hatte ich das Gefühl, dass ein Krieg ausgebrochen sei. Die Nachrichten am Neujahrestag überraschten nicht, wieviele Tote, Schwerverletzte und Brände es wieder gegeben hatte: Männer, Alkohol und Böller …

Bild: Am Mittag des Neujahrstag ein Spaziergang.