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Begegnungsfahrt 2026

Wieder, also wie bereits in den beiden Vorjahren habe ich die Begegnungsfahrt von MS-Betroffenen unterstützt. Sie fand Mitte August 2026 an der Mosel statt. Ausgangspunkt war das Gästehaus am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier.

Ein Dankeschön an alle Teilnehmer:innen für die vielen Fotos.

Sonntag: Wie fast immer erhielt ich einige Wochen vor meiner Reise von der Bahn die Nachricht, dass die gebuchte Fahrt nicht möglich sei und die Zugbindung aufgehoben sei. Wegen des Schienenersatzverkehrs bin ich zunächst mit meinem Auto weiter in Richtung München gefahren. Mit der S-Bahn bis zum Münchner Hbf, mit dem ICE bis Mannheim. Von dort mit der brechend vollen Regionalbahn eine „Rundfahrt durch das Saarland“ bis nach Trier. Vom Bahnhof bis zum Gästehaus war es nicht weit. An der Rezeption des Krankenhauses erhielt ich den Zimmerschlüssel und Essensbons.

Bei der Ankunft vor dem Gästehaus ein Wiedersehen mit Andre, Sonja und den anderen Helfern. Man kannte sich ja bereits aus den Vorjahren. Mir stand wieder das Liegerad Skorpion mit ADFC-Farbe (orange) aus dem Vorjahr zur Verfügung. Andre montierte mir eine Navi-Halterung und eine Regenbogenfahne musste auch wieder dran.

Am Abend ein erster Spaziergang an der Porta Nigra vorbei in das Zentrum von Trier zwecks gemeinsamen Abendessen.

Um die 4 Etappen an der Mosel von Trier bis Schengen und zurück zu leiten, war es unbedingt erforderlich, dass ich die gesamte Tour vorher zur Probe abfuhr. Die von Andre geplanten Routen hatte ich mir bereits daheim anhand von Karten angeschaut, aber was erwartete mich/uns vor Ort?

Montag: Start um etwa 9:15 Uhr in Trier, 10:30 Uhr (17 km) an der Fähre von Oberbillig, 11:15 Uhr (25 km) in Grevenmacher, 12:00 Uhr (38 km) Baustelle ab Ehnen, 13:20 Uhr (58 km) in Schengen, um 14:00 Uhr (70 km) endlich eine Gelegenheit für eine Mittagspause direkt am Wegesrand, zwei alkoholfreie Weißbier und eine Pizza, nach fast einer Stunde wieder weiter, um 15:40 Uhr (90 km) war ich wieder in Grevenmacher, der Akku war jetzt leer, ich hatte einen Ersatzakku dabei, aber wo ist der Schlüssel? Also ab hier mit Bio-Power weiter. 16:30 Uhr (96 km) wieder in Oberbillig, nach einer großen Apfelschorle im Garten vom Gasthaus „Zur Fähre“ mit der Fähre nach Wasserbillig, 16:15 Uhr durch den Park von Schloss Monaise, 17:30 Uhr (110 km) in Trier auf der Konrad-Adenauer-Brücke, kurz vor 18 Uhr war ich wieder zurück am Gästehaus. Geschafft!

Ich war jedoch auch von der Hitze geschafft. Schnellstens unter die Dusche. Ein leichter Sonnenbrand am Hals. Das Abendessen im Albertus-Magnus-Saal des Gästehauses war enttäuschend: nicht viel mehr wie „Brot und Wasser“ – zu wenig für meine Anstrengungen des Tages. Aber Fasten kann bekanntlich nicht schaden.

Meine Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 19,4 km/h.

Dienstag: Am Vormittag übernahm ich die Leitung einer kleinen Ausfahrt bis zum Alten Kran an der Mosel und zurück, wobei fast alle Teilnehmer bereits dabei waren.

Am Nachmittag eine Stadtrundfahrt durch Trier mit Polizeibegleitung. Zunächst durch die Fußgängerzone bis zum Dom, durch den Palastgarten bis zum Amphitheater und Café-Pause im Palastgarten. Langes Warten im Schatten der Porta Nigra auf die Polizeibegleitung für die Fahrt zum Gästehaus.

Mittwoch: Start am Gästehaus in Trier. Nach etwa 11 km musste bei Konz die Auffahrt zur Brücke über die Saarmündung gemeistert werden. Nach etwa 17 km mit der Fähre von Oberbillig nach Wasserbillig, Alle etwa 40 Räder passten erstaunlicherweise auf die Fähre. Im Restaurant Cauris mit Afrikanischer Küche das Mittagessen. Ich hatte mich für „Yassa vegan“ (Nationalgericht aus Senegal) entschieden. Nach etwa 2:30 Std. war endlich das Weiterfahren angesagt. Wir mussten ewig lange in der Hitze warten, weil irgendetwas repariert werden musste. Bei Mertert kürzte ich die geplante Route ab. Aufgrund von Steigungen benötigten wir für die nur etwa 1 km 16 Minuten, dabei langes Warten in der prallen Sonne. Der Fahrrad-Computer zeigte 40 Grad.

In Grevenmacher stoppte ich neben einem Zebrastreifen, damit sich die Lücken schließen sollten. Autos hielten an, um uns den Weg über den Zebrastreifen frei zu machen, obwohl dies gar nicht geplant war. Weil wir ohnehin auf die andere Seite mussten, entschied ich mich spontan die Straße zu queren. Die Autofahrer mussten dann etwas länger warten, bis alle etwa 40 Räder die Straße gequert hatten.

Der „Heuschreckenschwarm“ überfiel anschließend die Patisserie Hoffmann, wo ein Stück Kuchen und ein Eiskaffee auf mich wartete. Nach dem Abstellen unserer Räder in einem Hinterhof die Rückfahrt mit dem Bus nach Trier.

Donnerstag: Mit dem Bus von Trier nach Grevenmacher. An diesem Tag begleiteten uns eine Gruppe MS-Betroffener aus Luxemburg.

Nach etwa 11 km in der Hitze und meistens ohne Schatten das Mittagessen in Ehnen in einem Chinesischen Restaurant. Nach 2 Stunden die Weiterfahrt. Dazu Aufteilung in mehrere kleine Gruppen, weil wir wegen Bauarbeiten am Radweg die Straße benutzen mussten.

Um 17 Uhr, nach 28 km unsere Ankunft im Carpodrôme am Erliefnis Baggerweier bei Remerschen, wo zum Abendessen gegrillt wurde. Rückfahrt mit dem Bus nach Trier.

Freitag: Einige Teilnehmer:innen hatten u.a. wegen der Hitze aufgegeben und waren heimgereist. Bisher hatte ich die Tour mit einer Geschwindigkeit von etwa 11 km/h geleitet. Bei dieser Etappe hieß es dann im Funk, dass ich schneller fahren solle.

Mit dem Bus von Trier zum Carpodrôme bei Remerschen. Unsere Abfahrt mit den Rädern verzögerte sich wegen der Reparatur eines Lastenrades eine kleine Ewigkeit. Als es endlich losgehen konnte, „drohten“ erneute Verzögerungen wegen Toilettenbesuche.

Wegen der Hitze und fortgeschrittener Zeit kein Site Seeing in Schengen. Die Auffahrt zur Moselbrücke war eine kleine Herausforderung mit der großen Gruppe. Aber es klappte dank der Helfer bestens. Nach der Brücke ein Halt im Schatten, bis alle wieder zusammen waren.

Mittagessen im Hotel zur Traube in Perl-Nenning. Weiterfahrt um 13:30 Uhr, wobei von den Helfern zunächst ein Kreisverkehr gesichert werden musste. Nach 10 km musste eine steile Auffahrt zu einer Brücke geschafft werden, wozu Schiebehilfen notwendig waren.

Um 15:30 Uhr waren wir wieder in der Patisserie Hoffmann in Grevenmacher. Abstellen der Räder und Rückfahrt mit dem Bus nach Trier.

Samstag: Mit dem Bus nach Grevenmacher. Abfahrt um 10:45 Uhr, um 11:30 Uhr waren wir wieder an der Fähre in Wassebillig. Mittagessen wieder im Afrikanischen Restaurant Cauris, wo ich Fufu Mafé vegan (Brei aus Maniok oder Yams aus Ghana) bestellt hatte.

Weiterfahrt etwa 14:30 Uhr. Nach 1,5 km war eigentlich die Fahrt durch den Park von Schloss Monaise geplant. Erst am Schloss bemerkte ich, dass mir niemand mehr folgte. Ratlosigkeit und Frust kam bei mir auf. Irgendwann wurde ich über Funk gefragt, was mit mir los sei? Ich antwortete, dass ich ja nicht mehr als Tourenleiterin gebraucht werde, wenn alle so fahren, wie sie wollen. Ich fuhr alleine gemütlich hnterher. Unter der Konrad-Adenauer-Brücke in Trier hatte ich die Gruppe wieder eingeholt. Ich stellte die Frage, ob ich die Tour wieder leiten solle? Um 16 Uhr erreichten wir das Gästehaus.

Das Lüften des Zimmers war nicht möglich, weil der Qualm des in Belgien wütenden Waldbrandes über Trier zog. Im Albertus-Magnus-Saal des Gästehauses gab es Kaffee und Kuchen sowie eine Danksagung an alle Helfer. Andre entschuldigte sich bei mir herzlichst für unser Missverständnis am Schloss Monaise. Ich sagte, dass mir dort aufgrund der Hitze die Nerven blank lagen, so dass ich dort überreagiert hätte. Alles war wieder gut!

Sonntag: Nach dem letzten Frühstück in der Cafeteria Domus Culinae des Krankenhaus der Barmherzigen Brüder das große Abschiednehmen. Auch mir wurde die Shuttle-Fahrt zum Bahnhof angeboten. Aber ich hatte viel Zeit, so dass ich lieber zu Fuß zum Bahnhof ging. Ein letztes Mal vorbei an der Porta Nigra.

Am Bahnhof dann ein Treffen mit den Shuttle-Fahrenden. Weil ich 1. Klasse gebucht hatte, musste ich mich endgültig verabschieden und am Bahnsteig weit vorlaufen. Das 1. Klasse Abteil des Regionalzuges war fast leer. In Mannheim hatte ich nur sehr wenig Zeit für den Umstieg. Der ICE nach München stand bereits im Bahnhof. Mit meinem schweren Koffer die Treppen hinunter und wieder hinauf rennen. Um dem Gedrängel im Münchner Hauptbahnhof zu entgehen, stieg ich in Pasing aus, um mit der S-Bahn weiterzufahren. Der Preis dafür war das zweimalige Kofferschleppen die Treppen hinunter und wieder hinauf. Ab dem Endbahnhof bestand Schienenersatzverkehr. Der Bus wäre mir wegen der Kofferschlepperei vor der Nase weggefahren, aber ich hatte ja vorausschauend mein Auto hier geparkt.

Ende gut – alles gut