16. Dezember: Es war der letzte Thermen-Besuch in diesem Jahr. Gleich am Morgen konnte ich mir einen Massage-Termin für den Nachmittag bei meiner Lieblings-Masseuse reservieren. Anschließend in den Kaffeezeit-Aufguss, in der heißesten Sauna bei 90 Grad. Es ist schmerzhaft heiß und bedeutet für mich jedes mal ein Gesundheitstest. Mein Kreislauf bestand die extreme Belastung problemlos. Ich bin mir der Gefahren bewusst, denn ich habe nicht selten erlebt, dass hin und wieder Gäste anschließend ein Fall für den Notarzt sind.
Am Nachmittag hatte ich an einem weiteren Aufguss teilgenommen. Vor dem Duschen setzte ich mich kurz auf eine Sitzbank um zu warten, bis dass eine (warme) Dusche frei würde. Dabei setze sich eine Dame neben mich. Sie sprach mich mit „Claudia“ an und sagte, dass sie mich bereits am Morgen in der Sauna gesehen hätte. Ich freute mich, dass sie mich ansprach.
Ich wollte zunächst von ihr wissen, woher wir uns kennen? Sie hätte meinen Namen auf meinem Sauna-Handtuch gesehen. (Das Handtuch war ein Geschenk von meinen Kindern.) Sie findet es toll, dass ich so offen sei und mich für Diversität einsetze. Nicht alle würden es verstehen. Sie hätte in der Sauna zwei Frauen beobachtet, die von mir Abstand genommen hätten. Mir war es nicht aufgefallen, denn es gibt für mich keinen Grund, um andere Gäste zu beobachten. Ich bin ein „normaler“ Mensch und fühle mich deswegen nicht beobachtet.
Während des längeren Gesprächs erzählt sie mir, dass sie eine 16-jährige Tochter habe, die auf dem Weg sei, ihr Sohn zu werden. Damit wurde mir klar, warum sie das Gespräch mit mir suchte.

