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Karte

Karte 20: GPS Track des 18. Tages, Halberstadt bis Bad Gandersheim (OpenStreetMap CC-by-SA 2.0)

bei Wernigerode am Harz, Blick zum Brocken

Ocker, Radfahrer absteigen

Goslar, viele Fachwerkhäuser

Goslar, Kaiserpfalz

Nord-D-Tour 2012

Tag 18, Halberstadt bis Bad Gandersheim (Harz)

Aussprache beim Frühstück

Nachdem am Vorabend weder ein gemeinsames Abendessen noch die Planung der weiteren Tour möglich war, machte ich während des Frühstücks den Vorschlag die heutige Etappe zu kürzen. Ich hatte den Eindruck, dass Norbert mit seiner Kondition am Ende war, zudem führte die heutige Route am Harz vorbei und war mit Sicherheit erheblich anstrengender wie die bisherigen Etappen. Er wollte jedoch keine Verkürzung der Tagesetappen akzeptieren. Er meinte, ihm mache es nichts aus wenn wir spät im Hotel ankommen. Ich erinnerte daran, das wir vor der Tour ausgemacht hatten, dass wir abends immer rechtzeitig an einer Unterkunft ankommen wollten. Als Kompromiss reservierte ich darauf hin ein Hotel in Bad Gandersheim. Ursprünglich sollte die Etappe bis Einbeck führen, so dass dies etwa eine Stunde weniger Fahrzeit bedeuteten würde.

Wiederholt schlechte Radstrecke

Kurz nach der Abfahrt vom Hotel wurde ein Autofahrer aufdringlich. Er wollte unbedingt mit uns reden. Er interessierte sich für unsere Liegeräder und wollte wissen von wo wir kommen und nach wohin wir unterwegs sind. Er gab uns darauf hin einen Tipp für die Route. Danke! Aber die Route stellte sich etwas später als die ohnehin geplante Route heraus. Ein paar Kilometern weiter verschlechterte sich der Holtemmeradweg zu einem schmalen Trampelpfad. Norbert blieb ewig weit zurück, so dass ich mehrmals auf ihn warten musste. Ab Derenberg konnten wir wieder auf der Straße fahren und folgten nicht länger dem Holtemmeradweg. Doch die nagelneue Betonpiste endete nach ein paar Kilometern, so dass man im Slalom um die Schlaglöcher fahren musste. Norbert fuhr dabei aus meiner Sicht provozierend langsam. Ich fuhr gemütlich voraus. Nach etwa 1 km war er nicht mehr im Rückspiegel zu sehen, so dass ich warten musste. Es dauerte über 10 Minuten, bis dass er endlich daher kam. Für die bisherigen 16 km hatten wir 1 ½ Stunden benötigt, also ein Durchschnitt von nur etwa 10 km/h! Es war bereits ½ 11 Uhr und es lagen noch über 80 km vor uns. Es würde somit wieder 21 Uhr bis wir ...

Unschöner vorzeitiger Abschied

Ich machte ihm klar, dass ich es nicht akzeptieren kann, wenn wir wieder so spät im Hotel ankommen. Wenn er nicht dazu bereit sei, mit normaler Geschwindigkeit zu fahren, dann müssten wir uns trennen. Er antwortete erneut, dass es ihm nichts ausmacht, wenn wir spät im Hotel ankommen. Okay, dann müssen wir uns jetzt trennen! Nach unserer Planung hätten wir uns erst am nächsten Tag an der Weser trennen wollen. Ich gab ihm noch die Informationen zum gebuchten Hotel sowie ein paar Ersatzbatterien für sein Navi und dann Tschüss!

Ich fuhr mit meinem Tempo weiter. Nach etwa 10 Minuten musste ich anhalten um mir Regenkleidung überzuziehen. Beim Blick zurück war Norbert bereits nicht mehr zu sehen.

Berg- und Talfahrt am Harz

Ab Wernigerode auf dem Fernradweg D3 weiter. Wie erwartet, begann ab Ilsenburg eine heftige Berg- und Talfahrt, vorwiegend auf Forstwegen. Da ich jetzt alleine unterwegs war, galt unsere Absprache nicht mehr und ich konnte auf den Steigungen den Motor zur Hilfe nehmen. Das Schwitzen in der Regenkleidung hielt sich deswegen in Grenzen. Kurz hinter Bad Harzburg machte ich eine kleine Pause, dabei konnte ich die Regenjacke zu Lüften ausziehen.

Das Bild zeigt das Höhendiagramm dieser Etappe (eine Auswertung mit KDR GPS Tracker)

In Oker ging führte der Fernradweg D3 steil nach unten. Ein schlechter Witz war wohl eine lange Rampe neben einer Treppe (siehe Bild). Radfahrer werden hier aufgefordert abzusteigen. Wie aber soll das mit einem Liegerad funktionieren?

"Heimische" Verpflegung

Im Zentrum von Goslar ein kleine Mittagspause an einem Imbiss mit Bayerischen Spezialitäten. Ich hatte zwar noch keine Entzugserscheinungen betreffend Leberkäse und Weißwürsten, aber mit einer Bayern-Fahne an meinem Rad wollte ich die Reaktion der Verkäuferin testen. Der Leberkäse entsprach nicht meiner Vorstellung, so dass ich mich lieber für eine Bratwurst entschied.

Geschichtsunterricht

Ich muss zugeben, dass ich mehr oder weniger zufällig auf die Kaiserpfalz aufmerksam wurde. Nicht zuletzt wegen des Touristenrummels in Goslar. Bei der Kaiserpfalz handelt es sich um ein altes Gemäuer mit einer fast 1000 Jahre alten Geschichte. Für eine Besichtigung im Inneren hatte ich dann doch nicht die Nerven.

Noch ein "verstecktes" Hotel

Ab Goslar weiter auf dem Fernradweg D3 mit ständigen Auf und Ab. Das Wetter stagnierte bei Nieselregen, so dass ich die Regenkleidung nicht ausziehen konnte. Es war etwa ¼ nach 17 Uhr als ich in Bad Gandersheim ankam. Laut Karte lag das "Hotel am See" direkt am Radweg D2. Ich war bereits in der Innenstadt von Bad Gandersheim und hatte das Hotel noch nicht gefunden. Gemäß Navi bin ich direkt daran vorbei gefahren. Aber warum hatte ich es übersehen? Des Rätsels Lösung war, dass der Radweg D2 hier auf einer ehemaligen Bahnlinie hoch am Hotel vorbei führt, so dass das Hotel wegen der Bäume nicht sichtbar war. Ich sendete Norbert vorsichtshalber eine SMS mit einem Tipp, wie er das Hotel schneller finden könnte. Ich vermutete, dass es bei seiner Ankunft dunkel sein wird. So war es dann auch.

Das Hotel verfügt über einen Wellness Bereich mit Schwimmbad und Sauna, welche ich an diesem Abend ausgiebig nutzen konnte. Nach dem Abendessen im Restaurant des Hotels, es war so gegen 21 Uhr treffe ich Norbert in der Rezeption. Er war soeben angekommen und mir gegenüber recht "stinkig", er wollte sich auch nicht von mir helfen lassen. Er hatte etwa 50% mehr Zeit für die Strecke benötigt, was ich ja bereits morgens voraus gesehen hatte ...

Fazit des 18. Tages

Laut GPS Aufzeichnung waren es 100 km in 8 ¼ Stunden. Mein Durchschnitt lag bei 13,5 km/h, was wegen der vielen Steigungen - insgesamt etwa 1000 Höhenmeter - ein guter Wert ist. Wenn das Wetter etwas besser gewesen wäre, dann hätte das heftige Auf und Ab dieser Route sogar richtig Spaß gemacht.


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