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Transalp/Alpencross 2007

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Transalp/Alpencross 2007 - 7. Etappe

Von Kiens im Pustertal über das Pfitscher Joch

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Das vom Bike Computer aufgezeichnete Höhenprofil dieser 7. Etappe
mit dem Pfitscher Joch als höchsten Punkt (2250 m) (RPM = Trittfrequenz)

Nach der relativen bequemen Alpenüberquerung in Nord-Süd Richtung über den Reschenpass habe ich mir für die Gegenrichtung etwas mehr zugetraut.


RadwegVon Kiens aus geht es erst einmal gemütlich 20 km weit den Pustertal Radweg (1. Bild) hinunter bis Aicha im Eisacktal. In Mühlbach treffe ich einen anderen Transalp Biker. Wir fahren bis Sterzing zusammen und haben in dieser Zeit viel zu erzählen. Er will heute über den Brenner bis nach Innsbruck.

Von Aicha kann man bis Sterzing (etwa 20 km) den Eisacktal Radweg benutzen. Der führt im ersten Teil ständig auf und ab, ist aber zweifellos entspannter zu befahren wie die verkehrsreiche Straße.

PfitschertalAb Sterzing (950 m) dann im Pfitscher Tal hinauf. Nach etwa 5 km beginnt ein kräftiger Anstieg der bis zum Rieder Stausee (1360 m) führt, dann verläuft die Straße auf den nächsten 10 km wieder relativ eben (2. Bild).

In Platz genehmige ich mir eine kurze Mittagspause. Die Gaststätte war leider so überfüllt, dass freie Plätze Mangelware waren und die Bedienung dem Andrang fast nicht nach kam. Bereits während des Essens musste ich beobachten, wie sich die Wolken immer dichter zusammen ziehen. Ein Gewitter braute sich zusammen. Hinter St. Jakob ist es dann so weit: Regenklamotten anziehen! An einer geschützten Stelle lasse ich das Gewitter durchziehen. Nach etwa einer viertel Stunde traue ich mich weiter zu fahren. Auf dem Weg zum Pfitscher Joch kommen mir ganze Bäche von Regenwasser entgegen. Auch etwa 20 bis 30 Transalp-Biker! Bis zur Passhöhe übe ich mehrmals das gar nicht lustige Spiel: Schwitzen - Regenklamotten aus, Regenschauer - Regenklamotten wieder an.

Blick zurueck in das PfitschertalDer Weg zum Pfischer Joch ist eine ehemalige Militärstraße und überwindet auf einer Länge von etwa 10 km 750 Höhenmeter. Sie ist somit relativ human zu befahren. Mir machen jedoch die bereits heute gefahrenen 70 km zu schaffen. Da ich nicht mehr so richtig sitzen kann fahre teilweise im Wiegeschritt, was dann aber unter den Regenklamotten zu besonders starken Schweißausbrüchen führte.

Das 3. Bild zeigt einen letzten Blick hinunter in das Pfitscher Tal.

Pfitscher JochDas 4. Bild zeigt mein Bike am Grenzstein zwischen Italien und Österreich. Im Hintergrund der Stampflkees Gletscher (2900 m), dahinter liegt der Tuxer Ferner. Vor mehr als 10 Jahren war ich das letzte Mal hier. Damals aber als Pilot eines Segelflugzeuges. Das war zwar weniger schweißtreibend, aber mindestens genau so erlebnisreich - ein Alpencross an einem Tag!

Die nun folgende Strecke vom Pfitscher Joch bis zum Schlegeisspeicher (450 hm tiefer) ist eine echte Herausforderung für Mountainbiker. Ich wollte kein Risiko eingehen und bin ich relativ langsam gefahren. Einmal höre hinter mir ein Schrei "Du bist in meiner Ideallinie!" und schon schepperte ein Downhill Artist an mir vorbei. Das könnte ich auch wenn ich nicht heute bereits mehr als 80 km und 5 Std. gefahren wäre und nicht den schweren Rucksack dabei hätte. Ich benötigte etwa eine Stunde für diesen Abschnitt.

TrailWer nicht weiß, warum ein MTB riesige Federwege benötigt, der sollte diese Strecke fahren. Das 5. Bild zeigt jedoch einen relativ harmlosen und gut zu befahrenden Abschnitt. An einer anderen Stelle versperrten mir Kühe den Weg. Die Viecher haben sich erst nach dem Anschreien weiter bewegt. Auf die Alternative, durch den Bach zu waten, hatte ich heute absolut keine Lust!

Vom Schlegeisspeicher aus dann ein 25 km langer Straßen Downhill mit etwa 1100 Höhenmetern. Wegen des Nieselregens musste ich mit fast zugekniffenen Augen fahren. Jetzt wäre eine Brille mit Scheibenwischern gut! Bei der Nässe, dem Gefälle und ständigen Geschwindigkeiten von 50 km/h und mehr würde man ohne Scheibenbremsen wohl irgendwann eine der engen Kurven nicht schaffen und zum Teufel gehen. Mich behinderten einige Autofahrer, die ständig auf der Bremse standen. Die Bremsen los lassen, dran vorbei rollen und schon ging der Downhill Spass weiter. Wegen der Kälte wären ein paar Handschuhe optimal gewesen. Aber man kann bei einem Alpencross nicht alles dabei haben. Es war schon nach 18 Uhr als mir noch einige Biker entgegen kamen. Ich denke, die hatten keine richtige Ahnung davon, was noch vor ihnen lag.

Um dreiviertel Sieben kam ich in Mayrhofen an. Vor Nässe triefend fragte ich im Hotel Alpendomizil Neuhaus mit den Worten "Hier kommt der Regenmann auf der Suche nach einem Zimmer". Es war noch ein Zimmer frei und das Bike konnte ich in der Garage des weit verzweigten Hotels unterstellen. Während der Bestellung des Abendmenüs fragte die Bedienung vorsorglich ob ich das überhaupt alles essen könne, denn die Portionen wären nicht gerade klein. Die Portionen waren dann aber gerade richtig für meinen Hunger. Es ist nichts übrig geblieben, außer etwas Krautsalat, den ich wegen des Kümmels für ungenießbar hielt. Meine täglichen zwei Weißbiere reichten nach der anstrengenden Tagesetappe nicht aus.

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